Kosten der Testamentsvollstreckung

Eine häufig im Zusammenhang mit Fragen zu Testamentsvollstreckung aufgeworfene Frage ist die der Kosten sowie der Vergütung des Testamentsvollstreckers.
Diese ist grundsätzlich frei verhandelbar, wobei der Testamentsvollstrecker auch anordnen kann, dass keine Vergütung geschuldet ist. Insbesondere aber wenn eine externe Person oder ein professioneller Testamentsvollstrecker mit der Testamentsvollstreckung beauftragt wird, wird über eine Vergütung gesprochen werden müssen. Das Gesetz macht hier keine konkreten Vorgaben. Das Gesetz billigt in § 2221 BGB dem Testamentsvollstrecker ganz allgemein eine angemessene Vergütung zu, sofern der Erblasser nichts anderes bestimmt hat. Es wurden mehrere Vergütungsleitlinien und Tabellen entwickelt, die hierfür herangezogen werden können. Die bekannteste dürfte die sogenannte „Neue Rheinische Tabelle“ sein, welche zugleich eine Empfehlung des Deutschen Notarvereins für die Vergütung von Testamentsvollstreckern darstellt. Darin wird sehr differenziert zwischen den einzelnen Vollstreckungshandlungen unterschieden und auch die Größe des Nachlasses spielt bei der Vergütung eine Rolle. Grundsätzlich unterscheidet man bei der Testamentsvollstrecker-Vergütung zwischen der Vergütung nach Zeitaufwand, Pauschalen oder aber einer prozentualen Orientierung am Nachlasswert. In der Regel dürfte eine Vergütung zwischen 3 bis 7,5 % des Bruttonachlasswertes angemessen sein. Wichtig ist, dass dieses bereits im Vorfeld mit dem Erblasser geklärt und möglichst im Testament oder in einer Vereinbarung zwischen Erblasser und Testamentsvollstrecker konkret festgelegt wird. Dabei sollte auch beachtet werden, dass eine zu geringe Vergütung dazu führen könnte, dass der Testamentsvollstrecker das Amt ablehnt, was die Durchsetzung des Erblasserwillens erschweren könnte.