6. Die Banken

Sofern die Banken vom Tode des Erblassers Kenntnis erlangen, werden sie sämtliche Verfügungen über das Vermögen des Erblassers einstellen, es sei denn der Erblasser hat durch eine entsprechende postmortale Vollmacht eine Person ermächtigt, auch nach seinem Ableben über sein Vermögen zu verfügen.

Der oder die Erben müssen sich gegenüber den Banken als verfügungsberechtigte Rechtsnachfolger legitimieren. Dieses geschieht in der Regel durch Vorlage eines Erbscheins. Nach der neueren Rechtsprechung des BGH kann die Bank allerdings nicht auf die Vorlage eines Erbscheines bestehen, wenn der oder die Erben ihre Rechtsstellung auf andere, ebenso geeignete Art und Weise beweisen können. Dieses kann durch die Vorlage eines Testamentes nebst Eröffnungsprotokoll geschehen, wobei anders als bei der Grundbuch- oder Registerberichtigung, auch ein eigenhändiges Testament genügen kann. Wichtig ist aber, dass die Erbfolge aus dem Testament eindeutig ersichtlich ist.

Mit dem Tode des Kunden sind die Kreditinstitute gem. § 33 Abs.1 S.1 ErbStG verpflichtet, dem Finanzamt die sich in ihrem Gewahrsam befindenden Vermögensgegenstände des Kunden zum Nennbetrag anzuzeigen.

Ungeachtet des Todes des Kunden bleiben erteilte Daueraufträge und Lastschriften bestehen und werden weiter ausgeführt. Auch Scheckverträge bleiben davon unberührt
Bezüglich der o.g. postmortalen Vollmacht ist es an den Erben, diese zu widerrufen.

Sonderproblem: der minderjährige Erbe